Zehn Filme, ein Dorf, ein Phänomen: „Steckerlfischfiasko“ feiert Weltpremiere in München
Der Mathäser Filmpalast hat am Montagabend alles gegeben. Und mit ihm ein Publikum, das die Eberhofer-Reihe offenbar nicht nur guckt, sondern lebt: Ausverkauft, bis auf den letzten Platz, und draußen drängten sich die Fans, als gäbe es in München gerade nichts Wichtigeres – was an diesem Abend vermutlich auch stimmte.
Der Grund für den Andrang: „Steckerlfischfiasko“, der zehnte Film der Reihe, feierte Weltpremiere. Zehn Filme, das ist ein echtes Filmjubiläum, eine dieser Zahlen, die einen kurz innehalten lassen. Zehn Mal Franz Eberhofer, zehn Mal Niederkaltenkirchen, zehn Mal dieses sture, herzliche Durcheinander, das sich in zwei Jahrzehnten in den deutschen Kinosaal geschlichen hat wie ein guter Stammgast. Und es ist ein Wiedersehen: Das Dreamteam um Sebastian Bezzel, Lisa Maria Potthoff und Simon Schwarz stand gemeinsam mit Regisseur Ed Herzog und Drehbuchautor Stefan Betz auf der Bühne – flankiert von Produzentin Kerstin Schmidbauer und Co-Produzentin Claudia Grässel (ARD Degeto Film).
Auch das gesamte Stammensemble aus Niederkaltenkirchen ließ es sich nicht nehmen: Eisi Gulp, Enzi Fuchs, Gerhard Wittmann, Stephan Zinner, Daniel Christensen, Max Schmidt, Sigi Zimmerschied, Thomas Kügel, Ferdinand Hofer, Pelle Küffner, Milan Peschel, Eli Wasserscheid, Michael Ostrowski, Castro Dokyi Affum und natürlich Hinkelotta. Diesmal neu mit dabei: Christian Tramitz, Ruby O’Fee, Lara Mandoki, Petra Berndt und Niklas Marian Müller. Und Rita Falk, die Autorin, die das alles erfunden hat, war ebenfalls angereist. Es gibt Momente, da spürt man, dass eine Saga größer ist als ihre Einzelteile. Das hier war einer.
Was den zehnten Ausflug nach Niederbayern erzählerisch erwartet, klingt nach bewährtem Eberhofer-Chaos: Franz im Neubau, Rudi Birkenberger im Saustall, Susi fast im Bürgermeisteramt. Die Oma geht auf Kur, eine neue Haushaltshilfe namens Julika (Lara Mandoki) sorgt für Ordnung auf dem Hof – zumindest theoretisch. Als dann der örtliche „Steckerlfischkönig“ tot auf dem frisch errichteten Golfplatz liegt, ist das für den Dorfsheriff fast schon eine willkommene Abwechslung. Die Ermittlungen führen Franz und Rudi mitten in eine Familienfehde zweier Volksfestclans. „Romeo und Julia“ in Niederbayern – mehr muss man dazu nicht sagen.
Ab 13. August 2026 läuft „Steckerlfischfiasko“ bundesweit in den Kinos – im Verleih der Constantin Film, die den Streifen zusammen mit der ARD Degeto Film und dem Bayerischen Rundfunk produziert hat. Für einen Teil des Casts geht es vorher noch auf die ausverkaufte Kinotour durch Deutschland und Österreich. Zehn Filme abgeschlossen, die Reihe ist längst ein Stück bayerische Popkultur. Und ganz ehrlich: Nach diesem Premierenabend kann man sich schwer vorstellen, dass bei elf Schluss sein soll.
(Bildrechte: Getty Images PR for Constantin Film Distribution / Fotograf:Gisela Schober)